Frankreich: Sprache und Kultur


"Mein erstes Französisch-Schulbuch"



Zur Festschrift „Mein erstes Französischbuch!

Wir haben die schönsten Erinnerungen an Ihr erstes Französisch-Schulbuch gesucht und haben viele nostalgische Rückmeldungen erhalten, vielen Dank dafür! Den 100 Euro-Gutschein für Bücher aus dem Ernst Klett Verlag hat Michael Stegbauer aus Bayreuth gewonnen, herzlichen Glückwunsch!


"Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Hausaufgabe im Fach Französisch. Es war 1969 im Sommer zu Beginn des neuen Schuljahres. Ich war Schülerin der Klasse S7a. Es war – so meine ich – der erste Text in dem blauen Buch. Wir sollten ihn immer wieder laut lesen. Ich war so begeistert, dass ich den ganzen Nachmittag in der Küche saß und diesen Text las. Es war schönstes Wetter draußen. Meine Mutter arbeitete im Garten und ich sollte ihr eigentlich helfen. Aber ich blieb am Küchentisch sitzen. An einen Satz kann ich mich genau erinnern: Sur la table, il y a la règle et l’équerre.Ich fand, das klang besonders französisch. Ich habe mich sogar vor dem Spiegel aufgebaut und mich beim Sprechen angeschaut. Und fand mich da selbst auch schon sehr „französisch“. Ich war sooooooooooooo stolz, dass ich diesen Satz meiner Mutter auch immer wieder vorgesagt habe, so dass sie ihn mit mir zusammen wiederholte, obwohl sie nie Französisch gelernt hat. Das Wort „l’équerre“ hat sie behalten. Die Begeisterung für die französische Sprache hat im Laufe der Zeit dann auch wieder etwas nachgelassen. . . , aber mich auch wieder eingeholt. Nun unterrichte ich seit etlichen Jahren selbst Französisch an einem Gymnasium (fast immer mit Klett-Materialien). Das Wort „l’équerre“ ist mir allerdings in einem Lehrbuch nie wieder begegnet. Aber diesem Wort und seiner Faszination habe ich letztendlich meine „Karriere“ zu verdanken. Das habe ich auch schon häufig meinen Schülern erzählt." R. Hölzen, Lehrerin, Osnabrück



"Mein erstes Französisch-Buch - Etudes Françaises (2. Aufl. 1966) - steht heute noch im damals für mich sündhaft teuren gelben Plastikeinband in meinem Bücherregal. Es war für mich was Besonderes, und sogar die Schallplatten durfte ich mir kaufen, obwohl meine Eltern eher sparsam mit Geld umgehen mussten. Le jardinet de Louis mit den pivoines und tulipes, das waren noch Zeiten!
In der Mittelstufe ließ uns unser Lehrer die Lektionen auswendig lernen, was mir sehr schwer fiel - bis er mir mal sagte, dass es ihm gar nicht um das Auswendiglernen ging, sondern dass wir unter Verwendung möglichst vieler neuer Wendungen den Inhalt nacherzählen sollten. Also lernte ich mit dem Paquebot France und Mme de Gaulle die Wendung "je n'ai jamais rien vu d'aussi beau", für Schüler ganz schön verwirrend.
Aber wie stolz war ich ein paar Jahre später, als ich - nach ein bisschen Grübeln - genau diesen Satz der Mutter meines Brieffreunds sagen konnte, als sie mich durch die Kathedrale von Amiens führte!" Michael Stegbauer, Studiendirektor, Bayreuth




"Meine Schwester (Jahrgang 1969) und ich (Jahrgang 1974) sind uns einig: Wir haben mit "La Famille Leroc" die Sprache kennengelernt! Und wir zitieren regelmäßig folgende Sätze an die wir uns ewig erinnern werden (hier waren die Seiten nämlich bunt): "Monsieur Leroc a garé sa voiture entre une Peugeot noire et une Renault rouge." "Madame Leroc a ouvert son parapluie. M.Leroc porte son imperméable."
Wenn ich heute in der Schule meinen Schülerinnen und Schülern Beispielsätze gebe, merke ich immer, dass ich auf Namen wie " M. Leroc, Mme Leroc, Mme Neveu, Brigitte, Monique" zurückgreife. Meine Schüler fragen dann immer nach warum ich diese Namen wähle...tja, es sind eben die Namen die mich schon "ewig" begleiten. Ebenfalls sind sie auch verblüfft wenn ich Ihnen die beiden Sätze zitiere....Nathalie Söther, Studienrätin Gymnasium, Beckingen




"Auch ich gehöre zu der 70-er Generation - mein erstes Französisch-Schulbuch war "Etudes françaises" mit Familie Leroc.
Heute unterrichte ich mit dem neuen Découvertes jaune - was für eine Entwicklung! Familie Leroc ist mir noch in guter Erinnerung, damals war das alles très chic. Ich bin aber froh über den technischen Fortschritt, dank Beamer und digitalem Unterrichtsassistent kann man tolle Französischstunden "zaubern". Mal sehen, was die nächsten 10 Jahre noch so an Neuigkeiten bringen (ob man das noch toppen kann?)..."Anke Hildebrands, Gymnasiallehrerin, Hamburg




"Ich erinnere mich an zwei Dinge aus meinem ersten Französischbuch “Etudes Françaises” (70er Jahre): In den ersten Wochen meines Französischunterrichts hatte ich, nach Englisch als erster Fremdsprache, große Probleme, Brigitte Leroc mit einem französischen statt einem englischen “r” auszusprechen und sorgte so für einige Lacher in der Klasse. Ein Satz aus der ersten Lektion des zweiten Bandes ist mir bis heute in Erinnerung geblieben und geht mir jedes Mal durch den Kopf, wenn ich die Sommerferien in Frankreich verbringe: «Le 1er août toutes les usines ferment.» Mittlerweile habe ich einige der Bücher als Französischlehrerin kennengelernt und damit unterrichtet. Aus dem Buch der 80er Jahre “Echanges” (Band 2), mit dem ich im Referendariat gearbeitet habe, kommt regelmäßig das Crêperezept der zweiten unité zum Einsatz, wenn ein Klassenfest oder der Tag der offenen Tür ansteht. Der Erfolg ist garantiert. Französisch, Frankreich und alle Freunde, die ich dort habe, spielen eine wichtige Rolle in meinem Leben." Christiane Hempel, Lehrerin, Göttingen




"Herbstferien 1968: Vier Untersekundaner des Stiftischen Gymnasiums Düren, Siggi, Peter, Ludwig und ich, fahren mit dem Nachtzug zum ersten Mal für eine Woche nach Paris. Am nächsten Tag sind die berühmten Champs Elysées unser erstes Ziel. In Erinnerung an unsere erste Französischlektion "Comment on étudie le français.“ steuern wir zielbewusst die Terrasse des Cafés George V an und zitieren die ersten Zeilen der Lektion: „Deux messieurs s’installent à la terrasse du café George V. A la table voisine, il y a un monsieur qui lit le journal. “ Es war genau so wie in der Lektion. Was uns jedoch damals fehlte, waren Kommunikationsübungen „savoir se débrouiller“, wie sie heute in den modernen Klettbüchern üblich sind. Mangels geeigneter Vokabeln (L 13 „A l’assaut de l’Annapurna“ war da wenig hilfreich) zeigten wir auf das milchige Getränk des Herrn am Nachbartisch und bekamen dann unerwartet und für deutsche Pennäler damals nicht wohlschmeckend einen Pastis serviert. Mit diesem teuren Getränk konnten wir dann auch ein paar Stunden auf des Terrasse des George V sitzen: „Ils regardent les touristes qui montent et descendent l’Avenue des Champs-Elysées“
Ich bin später Französischlehrer geworden und werde immer auf den Champs-Elysées an unseren ersten Besuch und unsere erste Französischlektion erinnert. Übrigens, Pastis schmeckt mir immer noch nicht." Hermann Diederichs, Lehrer, Aachen



"Oh ja, das werde ich ja nie vergessen: in den 60er Jahren haben wir mit dem Etudes francaises (das mit dem Hahn, meine ich) gearbeitet. Die erste Lektion begann: "Deux messieurs s'installent au Café George V..." Und genau in diesem Café auf den Champs Elysées habe ich dann, als wir 1972/73 in Tours studiert haben, zwei Studienfreunde auf einen Kaffee (oder war es gar ein Cognac???) eingeladen, ohne zu ahnen, wie sehr das mein studentisches Budget überfordert... Auch andere Lektionen (A l'assaut de l'Anapurna...) geistern noch in meinem Kopf herum... Und bereits 1969 konnte ich zwar über "La propriété c'est le vol" diskutieren, war aber, als ich 1972 in Tours anfing zu studieren, kaum in der Lage mir ein Brötchen zu kaufen oder dem Concierge zu erklären, dass das Licht in meinem Zimmer nicht funktioniert. Tagelang habe ich mich, in der Annahme "truc" hieße Strom oder Stromkabel gewundert, wieso die Menschen in Frankreich dauernd von diesem Thema reden..." Irene Ockenfels, Lehrerin, Bornheim


"Mein "erstes" Französischbuch hatte für mich weitreichende Folgen. Ja wer war nach beim "assaut de l'Anapurna" dabei, auch wenn einem das in einer Internet unbekannten Zeit relativ wenig sagte. Prägend für mich war allerdings die Lektion zum "Café Georges V". - Als ich das kleine Bild beim Lektionstext sah, dachte ich mir als kleiner Junge: da musst du hin, unbedingt!!! Ja, ich bin hingekommen, habe meinen teuren Kaffee dort getrunken, habe sogar einige Zeit Führungen gemacht in Paris (und den Touristen "mein" Café gezeigt und ihnen "meine" Geschichte erzählt), heute bin ich schon viele Jahre Fachbetreuer für Französisch am Maristengymnasium Fürstenzell - und das wegen eines guten Französischlehrers und eines faszinierenden Cafés im Französischbuch." Erwin Gierl, Lehrer, Fürstenzell



"Der Sommerurlaub 2012 führte uns in die französischen Alpen, von Turin kommend las ich ‘COL DE L’ISERAN’ auf der Straßenkarte: da machte es ‘klick’! War das nicht die Lektion im Französischbuch*, damals, 40 Jahre war es genau her?? Damals als noch auswendig gelernt wurde: jeder Lektionstext musste auswendig vor der Französischlehrerin aufgesagt werden. Und zur Belohnung für unseren Fleiß erzählte sie von Frankreich, setzte sich auf das Pult: all’ ihre Reisen, die wunderbaren Landschaften, die freundlichen Menschen, die herrlichen Feste! Wir hörten gespannt zu! Da stand für mich bereits fest: Französischlehrerin wollte ich werden.
Zurück von der Reise 2012 , inkl. Wandern im Parc national de la Vanoise mit unseren Französischen Freunden, holte ich gleich das alte Schulbuch heraus – natürlich steht es auch nach 40 Jahren gleich griffbereit im Regal: richtig! Der COL DE L’ISERAN zeigte vor 40 Jahren die gleiche Beschilderung. Nur einen großen Unterschied gibt es: die Tour de France und ihre Sieger, Lance Armstrong läßt grüßen. Der ‘wirkliche’ Sieger war damals der, der dem Gegner half nach einem Sturz – und heute?" Christine Petersen-Silberg, Lennestadt


Et bien,Votre brochure m'a procuré un vif plaisir, car depuis le commencement de ma carrière (je suis professeur de français et de géographie dans un lycée de Kiel), j'ai travaillé avec vos manuels et en ai été toujours très satisfaite! Alors, voilà mon histoire personnelle! C'était l'époque de cours de base et j'attendais notre premier enfant. Naturellement, nous discutions, mon mari et moi des prénoms pour le bébé et avions du mal à nous entendre, car, vous l'avez deviné, je suis française mariée à un Allemand! Et c'est grâce à la famille Leroc que nous avons enfin trouvé la solution! Voilà, vous savez maintenant pourquoi notre fils s'appelle Daniel!Dans deux ans ans, je prendrai ma retraite, et garderai évidemment les premiers tomes de toutes les séries avec lesquelles j'ai travaillé et qui renferment beaucoup de souvenirs! Votre brochure y prendra bonne place.
Brigitte Koester, Kiel





An mein erstes Französischbuch erinnere ich mich noch sehr genau – und das aus vielen Gründen. Geprägt von der Freude meines Vaters über die Aussöhnung mit Frankreich und die Unterzeichnung des Elysée-Vertrags, hatte das Fach Französisch für mich von Anfang an eine besondere Bedeutung. Ich sah der ersten Französischstundemit großer Erwartung entgegen und wurde nicht enttäuscht. Unsere Französischlehrerin hatte lange, rot lackierte Fingernägel und hob sich in Charme und Schick deutlich von den in dezentes Grau oder Blau gekleideten anderen Lehrern und Lehrerinnen ab.
Die Begeisterung für das Fach und für die Lehrerin übertrug sich auch auf das Buch: Ob Nasale, Verben, grammatische Formen oder Vokabeln, alles wurde mit Inbrunst gelernt und wie mit einem Schwamm aufgesogen. Noch heute erinnere ich mich an einzelne Lektionstitel – Martine fait sa valise - Présence d’esprit – A l’assaut de l’Annapurna – und kann manche Textstellen noch auswendig: Voici le printemps – Les feuilles commencent à pousser – Les garçons attrapent des papillons – Tout à coup un homme surgit devant lui, le revolver au poing - Deux messieurs s’installent à la terrasse du Café George V …
Die letzte Geschichte von den beiden Herren, die in einem Café an den Champs-Elysées jedes Verb, das sie hören, laut konjugieren, ist ganz besonders im Gedächtnis haften geblieben. Daher nehme ich bei jedem Parisbesuch die Gelegenheit wahr, im Café Georges V einen vin blanc oder einen kir zu trinken (s. Foto). A votre santé! …
Marie Luise Honigmann, Finnentrop


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