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Vegetationszonen: Die Zone der sommergrünen Laub- und Mischwälder


Vegetationszone, Laub- und Mischwälder, sommergrün, Nadelhölzer, Laubfall, lange Vegetationszeit, Trockenperioden, artenreiche Krautschicht



Europäischer Laubmischwald (Klett)


Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der sommergrünen Laubwälder beschränkt sich fast ausschließlich auf die nördliche Halbkugel, wobei sich drei Hauptverbreitungsgebiete unterscheiden lassen. In Europa erstreckt sich die Zone der Laub- und Mischwälder von den Britischen Inseln über Frankreich, Mittel- und Osteuropa bis zum Ural. Im Fernen Osten sind sommergrüne Laubwälder im Nordosten Chinas, in Korea und in Japan zu finden. In Nordamerika erstrecken sich die sommergrünen Laubwälder südlich der Großen Seen in östliche Richtung bis zum Atlantischen Ozean sowie bis zum Golf von Mexiko. Zudem gibt es noch drei weitere kleinere Vorkommen auf der Südhalbkugel (Mittel-Chile, Tasmanien und Gebiete auf der Südinsel Neuseelands).


Klima

Klimatisch ist diese Vegetationszone durch eine relativ lange Vegetationszeit (mind. halbjährlich, unter ozeanischen Bedingungen bis zu gangjährlich) ohne ausgeprägte Trockenperioden und eine mäßig kalte, 3 - 4 Monate dauernde Winterzeit gekennzeichnet. Der Witterungsablauf ist hochgradig unbeständig und bestimmt durch Niederschläge und Wetterluftmassen mit den unterschiedlichsten Eigenschaften. Die jährliche Niederschlagssumme liegt bei 500 - 1.000 mm und fällt gleichmäßig über das Jahr verteilt; zum Teil auch mit Schneefällen, doch liegt keine lang anhaltende Schneedecke.


Vegetation

Die Pflanzenformation der sommergrünen Laub- und Mischwälder besteht vorwiegend aus Buchen- bzw. Eichenwäldern, die in Kombination mit Sträuchern und einer artenreichen Krautschicht auftreten. In höheren und kühleren Lagen treten an die Stelle der Laubbäume die immergrünen Nadelhölzer, besonders Fichten und Kiefern. Mit ihren an Trockenheit angepassten Nadeln erlangen diese vor allem im Winter eine höhere Kälteresistenz und sind bei Eintritt der warmen Witterung im Frühjahr wieder schneller produktionsfähig als die Laubvegetation; die kürzere Vegetationszeit wird dadurch besser ausgenutzt. Während Laubbäume eine Dauer der Vegetationszeit mit Tagesmitteln über 10 °C von mindestens 120 Tagen verlangen, kommen Nadelbäume bereits mit 30 Tagen aus.
Das charakteristischste Merkmal der sommergrünen Laub- und Mischwälder ist der herbstliche Laubfall. Er dient hauptsächlich dem Schutz vor Austrocknung der gesamten Pflanze in der kalten Jahreszeit. Voraussetzung ist allerdings, dass die im Frühjahr neu gebildeten Blätter eine genügend lange und warme Vegetationszeit von mindestens vier Monaten zur Verfügung haben. So können das Wachstum und das Ausreifen der Pflanzenorgane und die Anlage von Stoffreserven für das Fruchten und für den Austrieb im nächsten Jahr gewährleistet werden.
Die heutigen europäischen Laub- und Mischwälder entsprechen nur in Ausnahmen dem Urzustand, in der Regel sind die Waldgebiete zu Wirtschaftswäldern umgewandelt worden. In Europa kommt echter Urwald nur noch in vereinzelten und speziell geschützten Gebieten vor, z.B. im Neuenburger Urwald zwischen Aurich und Wilhelmshaven in Ostfriesland.


Quelle: Geographie Infothek
Autor: Susanne Heise
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2003
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 26.01.2006
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