TERRA-Online / Gymnasium


Infoblatt Daimler AG


Unternehmensgeschichte, Standorte und Produkte der Daimler AG



Berta Benz auf der ersten Fernfahrt mit einem "Auto" (Daimler AG)

Die Daimler AG ist ein deutscher Hersteller von PKW und Nutzfahrzeugen und ein Rüstungskonzern. Der Unternehmenssitz befindet sich in Stuttgart-Möhringen. Der Konzern umfasste von 1998 bis 2007 auch die Chrysler Corporation (USA) und firmierte während dieser Phase bis zum Oktober 2007 daher unter DaimlerChrysler AG.


Die Unternehmensgeschichte von Daimler-Benz

Begonnen hat die Geschichte der Daimler-Benz AG bereits im 19. Jahrhundert. Anfänglich bestand Daimler-Benz wiederum aus zwei eigenständigen Firmen von Carl Benz und Gottlieb Daimler. Der deutsche Ingenieur Carl Friedrich Benz (1844 - 1929) erhielt im Jahr 1886 ein Patent für seinen Motorwagen, was zugleich auch als "Geburtsurkunde" des Automobils gilt. Unvergessen ist die berühmte Fernfahrt von Berta Benz mit ihren beiden Söhnen im Jahr 1888 mit einem Benz Patent-Motorwagen von Mannheim nach Pforzheim und zurück. Zunächst wurde das neuartige Gefährt belächelt und die Käufer blieben skeptisch. Erst mit der Weltausstellung im Jahre 1889 in Paris begann die zögerliche Verbreitung des Automobils, vor allem auch deshalb, weil Frankreich die besseren Straßen besaß. Im Jahr 1929 verstirbt Benz, er hat nie die beiden Konstrukteure Daimler und Maybach kennen gelernt.
Nach verschiedenen beruflichen Stationen begann Gottlieb Daimler (1834 - 1900) in der Gasmotorenfabrik Deutz zu arbeiten. Gemeinsam mit Wilhelm Maybach (1846 - 1929) brachte er den Ottomotor von Nikolaus Otto zur Serienreife. Unter der Leitung von Daimler entwickelte sich das Unternehmen zum damaligen Weltmarktführer. Nach einem Streit mit Otto verließen Daimler und Maybach die Firma Deutz und gründeten im Jahr 1882 ihr eigenes Unternehmen. Die Weiterentwicklung von verschiedenen Motoren und anderen Kraftfahrzeugelementen (wie z. B. Zündkerzen, Vergaser, Kühler mit Wasser und Gangschaltung) ermöglichte schließlich das erste Motorrad der Welt zu entwickeln. In den Folgejahren gelang es den beiden Autokonstrukteuren Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach, das erste Serienauto der Welt herzustellen (1894). Bereits vier Jahre vorher wurde das Unternehmen als Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) mit der notariellen Beurkundung in Stuttgart gegründet. Nach dem Tod Gottlieb Daimlers und einigen Querelen wurde im Jahre 1926 die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) mit der Firma von Carl Benz zur Daimler-Benz AG verschmolzen.
In der Nachkriegszeit wurde bei Daimler-Benz die Produktion rasch wieder aufgenommen. Zahlreiche neue Modelle, vor allem im Bereich der Schwerlastwagen, wurden entwickelt. Im Laufe der Jahre wurde die Produktpalette mit neuen Baureihen und Klassen zeitgemäß verändert. Zahlreiche Verbesserungen und Innovationen (z. B. systematische Crash-Tests, Anti-Blockier-System, Airbag), die heute längst selbstverständlich sind, wurden nach und nach eingeführt.
Ein weiterer Meilenstein der Konzerngeschichte ereignete sich in Form der Fusion mit der Chrysler Corporation im Jahr 1998. Zwei der größten Automobilhersteller der Welt schlossen sich damit zusammen, um ihre Kräfte zu bündeln. Eine erfolgreiche Fusion stellte sich über die Jahre jedoch als äußerst schwierig heraus, der amerikanische Partner galt in Branchenkreisen als angeschlagen. In der Folge trennte sich die DaimlerChrysler AG von einem Großteil ihrer Anteile an der Chrysler Corporation.


Das Ende der "Welt AG"

Da es im Laufe der Jahre nicht gelungen ist, ein zufriedenstellendes Konzernergebnis mit dem amerikanischen Autobauer zu erzielen, wurden 80,1 % der Anteile von Chrysler an den amerikanischen Finanzinvestor Cerberus für 5,5 Mrd. € veräußert. Die bei Daimler verbleibende Minderheitsbeteiligung von 19,9 % sollte Sicherheit für laufende gemeinsame Projekte von Chrysler und Mercedes gewähren. Die Transaktion wurde am 03. August 2007 abgeschlossen. Auf der Hauptversammlung am 04. Oktober 2007 haben die Aktionäre dann einer Namensänderung zugestimmt, aus der DaimlerChrysler AG wurde die Daimler AG. Zwar hat sich Daimler somit der defizitären amerikanischen Sparte und damit auch hohen Belastungen durch Pensions- und Gesundheitsverbindlichkeiten (Schätzungen gehen von 14 Mrd. € aus) entledigt, allerdings ist durch die spezifischen Modalitäten der Transaktion ein Verlust entstanden, aus den 5,5 Mrd. € Einnahmen wurde unterm Strich ein Minus von 500 Mio. €. So gab der Mutterkonzern auch Sicherheiten für drei Viertel der Kredite von 2 Mrd. US-$, die Chrysler für einen erfolgreichen Start zur Verfügung standen.
Der endgültige Schlussstrich unter DaimlerChrysler wurde Ende April 2009 gezogen. Nachdem sich die Daimler AG mit dem Finanzinvestor Cerberus und der US-Pensionsaufsicht PBGC in den letzten strittigen Punkten einigen konnte, wurden auch die restlichen Anteile an Chrysler aufgegeben.


Kennzahlen und Standorte (Geschäftsjahr 2011)

Alles in allem beschäftigt das Unternehmen weltweit 271.370 Mitarbeiter (Stand: 2011). Der Konzern erzielte im Jahr 2011 einen Umsatz von ca. 106,5 Mrd. Euro. Es wurden 1.381.400 Millionen Personenwagen sowie 425.800 Nutzfahrzeuge hergestellt und weltweit abgesetzt. Die Hauptabsatzmärkte liegen in der EU und den USA. Die wichtigsten Produktionsstandorte der Mercedes Group im Stammgebiet Deutschland sind Sindelfingen, Untertürkheim, Bremen und Rastatt. In den USA sind Belvidere (Illinois), Detroit (Michigan), Fenton (Missouri) und Toledo (Ohio) bedeutende Standorte. Im Rahmen der sog. internationalen Arbeitsteilung bezieht der Konzern seine Vor- und Zwischenprodukte auch aus Filialen in Osteuropa, Südamerika, Asien und Südafrika. Der Umsatz und auch der unternehmensinterne Handel übertrifft das Bruttoinlandsprodukt von kleineren bis mittleren Volkswirtschaften. Diese kostenorientierte Anordnung von weltweiten Bezugsquellen wird auch als Global Sourcing bezeichnet, welches vor allem multinationale Konzerne betreiben.


Produkte und Geschäftsfelder (Geschäftsjahr 2006, einschließlich Chrysler Corporation)

Der Konzern ist in mehrere Unternehmenssegmente unterteilt. Er besteht aus den Bereichen Mercedes Car Group, Chrysler Group, Nutzfahrzeuge, Dienstleistungen und anderen Aktivitäten. Im Segment der Mercedes Car Group werden die Marken Mercedes-Benz, smart und Maybach produziert und vertrieben. Zur Chrysler Group gehören die Produkte Chrysler, Dodge und Jeep. Das Unternehmen stellt ebenfalls folgende Nutzfahrzeugmarken her: Mercedes-Benz (Lkw und Busse), Setra (vormals Firma Kässbohrer), Freightliner, Sterling Trucks, Western Star Trucks und Mitsubishi Fuso. Außerdem beinhaltet das Unternehmensspektrum verschiedene Dienstleistungsaktivitäten wie die DaimlerChrysler Services und die DaimlerChrysler Bank. In den USA produziert Chrysler auch Kampfpanzer. Ferner bestehen weitere Beteiligungen an Unternehmen wie beispielsweise EADS (Mutterfirma von Airbus) und eine strategische Allianz mit der Mitsubishi Motors Corporation.


Quelle: Geographie Infothek
Autor: Mirko Ellrich, Kristian Uhlenbrock
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2012
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 08.10.2012
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