TERRA-Online (alte Ausgabe)


Erde: Klimazonen - Klimageographische Einordnung von Tschad und Aralsee





Tschadsee

Der Tschadsee liegt nach Neef an der Grenze zwischen trockenem Passatklima und tropischem Wechselklima. Köppen und Geiger bezeichnen diese Klimazone als trockenheißes Wüstenklima (BWh) und trockenheißes Steppenklima (BSh). Diese Grenzlage erweist sich für den See mehr und mehr als problematisch, da bereits allein geringe Verschiebungen der klimatischen Grenzen verheerende Auswirkungen auf das ökologische System des Gewässers nach sich ziehen können. Besonders gravierend ist die Niederschlagssituation. Die unterschiedliche Niederschlagsverteilung wird durch die Verschiebung der ITC (Inner Tropical Convergence Zone) im Nordsommer verursacht. Steht die Sonne im Nordsommer über dem nördlichen Wendekreis im Zenit, hat sich auch die ITC, auch bekannt als Äquatoriale Tiefdruckrinne, so weit nach Norden verschoben, dass die Stadt N´Djamena von den Niederschlägen erfasst wird. Zu dieser Zeit füllen sich dann auch die Flüsse Schari und Logone und führen dem Tschadsee vermehrt Wasser zu.

Aralsee

Der Aralsee liegt in einem abflusslosen Becken, das von zwei Fremdlingsflüssen erreicht wird. Der Amu-Darja entspringt im Pamir, der Syr-Darja im Tian Shan. Sie fließen entsprechend der Abdachungsverhältnisse nach Nordwesten in die zentralasiatischen Wüsten- und Steppengebiete. Deutlich zu erkennen sind die Wüsten Karakum und Kysylkum als ausgedehnte Trockengebiete mit Niederschlagsmengen unter 100 mm/Jahr (...).
Das Klimadiagramm von Aralsk verdeutlicht, dass in der nördlichen Aralseeregion nur unwesentlich humidere Bedingungen anzutreffen sind als in der südlichen. Das Klima entspricht dem sommerheißen Kontinentalklima der gemäßigten Klimazone der Neef´schen Klassifikation. Das durchschnittliche Temperaturmaximum wird im Juni/Juli mit 24 °C erreicht. Im Januar ist es mit -13 °C im Monatsdurchschnitt am kältesten. Die Niederschläge fallen relativ gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt, jedoch monatlich nie mehr als maximal 20 mm. Das bedeutet, dass von März bis Oktober die Verdunstungsmengen die der Niederschläge übersteigen.
Die südliche Aralseeregion wird durch die Klimawerte vom Tschimbai charakterisiert. Tendenziell gleichen sie denen von Aralsk. Höhere Temperaturen und geringere Niederschläge bedeuten hier noch mehr Aridität. Es herrschen also im gesamten Großraum des Aralsees hydrologische Extrembedingungen.


Quelle: Geographie Infothek
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2002
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 15.05.2006
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