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Spuren in der Landschaft


Spuren – Zeugen vergangener Nutzung

Die Kulturlandschaft ist ein Archiv, in dem Veränderungen der Lebens- und Wirtschaftsweisen der Menschen ihre Spuren hinterlassen haben. Wo heute Wald ist können in vergangenen Jahrhunderten Siedlungen gelegen sein, die heute wüst gefallen sind. Ein Hinweis auf Wüstungen sind oft kleinere Flächen im Wald, die dicht mit Brennnesseln bewachsen sind. Die Stickstoff liebende Pflanze wächst dort, wo einmal der Misthaufen war. Auch Veränderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung und alte Verkehrswege, die schon lange nicht mehr genutzt werden hinterlassen Spuren.


Wölbäcker

Im Wald oder unter Grünland findet man gelegentlich parallele etwa vier Meter breite Aufwölbungen. Jede einzelne Aufwölbung war einmal ein einzelnes Ackerbeet. Voraussetzung für ihre Entstehung war eine besondere Pflugtechnik, bei der der Boden nicht nur geritzt sondern zur Seite geworfen wurde. Der Bauer fuhr mit dem Pflug so, dass die Erde immer zur Beetmitte fiel, dadurch wuchs dort das Bodenniveau allmählich in die Höhe. Im Laufe der Zeit entstanden so die typischen Aufwölbungen. Durch die Einführung des Wendepfluges konnte der Bauer so pflügen, dass der Boden immer nur in eine Richtung fiel und keine Aufwölbungen mehr bildete.


Ackerterrassen

Im Wald oder unter Grünland sind an Hängen oft Terrassen-artige Stufen ausgebildet. Diese konnten nur entstehen, wenn auf den Flächen Ackerbau betrieben wurde. Manchmal wurden sie angelegt, um die Neigung des Hanges zu mindern oder sie entstanden durch das Anhäufen von Lesesteinen am Rand von Äckern. Findet man diese Terrassen im Wald sind sie meist ein Hinweis auf eine Flurwüstung, d.h. auf eine aufgegebene landwirtschaftliche Nutzung. Unter Grünland sind sie ein Zeichen für eine Änderung der Wirtschaftsform. Hier wurde meist gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Ackerbau auf Grünlandwirtschaft umgestellt.


Lesesteinwälle

Anders als die Ackerterrassen sind Lesesteinwälle senkrecht zum meist steilen Hang verlaufende Ansammlungen von Steinen. Sie sind ein Zeichen für aufgegebenen Weinbau und ein Hinweis darauf, dass Weinbau früher viel verbreiteter war als heute. Da die Wälle selbst nicht genutzt werden konnten sind sie meist mit dichtem Gebüsch bewachsen. Die aufgelassenen Weinberge sind meist zu steil um in einer anderen Form landwirtschaftlich genutzt zu werden. Von Gebüsch überwucherte Steinmauern und Treppen sind in der Regel ebenfalls ein Hinweis auf nicht mehr genutzte Weinberge.


Altstraßen

Ein Netz von rinnenartigen Vertiefungen an bewaldeten Hängen ist meist ein Hinweis auf eine Altstraße. Vor der Motorisierung des Verkehrs waren Kutschen und Fuhrwerke das dominierende Verkehrsmittel im Landverkehr. Vor allem beim Bergabfahren wurde durch die Bremskraft der Räder der Boden aufgerissen. Die Fahrspuren waren damit besonders der Erosion ausgesetzt und wurden schnell zu Rinnen, den Hohlgassen eingetieft. Weil diese bei Regen schnell morastig wurden, wichen ihnen die Fuhrleute aus und fuhren parallel dazu. Im Lauf der Zeit entstand das Netz der Altstraßen.


Aufgabe

Erstelle eine Kartenskizze, in die du Spuren vergangener Nutzung in der Umgebung deines Wohnortes einträgst.


Quelle: Geographie Infothek
Autor: Hr. Frank
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2010
Bearbeitungsdatum: 22.08.2010
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