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Infoblatt Hauptluftmassen und Großwetterlagen


Zusammenhang zwischen Hauptluftmassen und Großwetterlagen und ihre Auswirkungen auf unser Klima



Typische Mitteleuropa beeinflussende Hauptluftmassen (Klett)


Hauptluftmassen

Hauptluftmassen bestimmen die grundlegenden Temperatur-, Bewölkungs- und Niederschlagsverhältnisse einer Region. Dabei gibt es auf der Erde die heiße und feuchte Äquatorialluft, die warme Tropikluft, die kalte Polarluft und die sehr kalte Arktik- bzw. Antarktikluft. Europa wird nur von der Tropik-, Polar- und Arktikluft beeinflusst.
Weiterhin wird unterschieden, ob die Luftmassen maritimen oder kontinentalen Ursprungs, ob sie also feucht oder trocken sind. Maritime Polarluft bewirkt daher ein anderes Wetter als kontinentale Polarluft. Maritime Luft verursacht ein feuchtes Wetter mit vielen Schauern, während die kontinentale Luft ein trockenes Wetter bewirkt. Dabei haben die Hauptluftmassen in den verschiedenen Jahreszeiten teilweise eine unterschiedliche Wirkung. Ein Überblick gibt die oben stehende Abbildung.
Welche Hauptluftmasse zugeführt wird, ist von der Großwetterlage abhängig.


Großwetterlagen

Großwetterlagen sind mehrtägig konstante atmosphärische Erscheinungen über einem Großraum. Mit 25 % am häufigsten sind in Mitteleuropa dabei Westlagen. Bei ihnen kommt der Wind hauptsächlich aus westlichen Richtungen. Dabei werden Mitteleuropa maritime Luftmassen zugeführt; Westwetterlagen sind sehr unbeständig.
Grundsätzlich unterscheidet man die Großwetterlagen in drei Gruppen: zonale, gemischte und meridionale Wetterlagen. Bei den zonalen Wetterlagen weht der Jetstream in West-Ost-Richtung und transportiert so wandernde Tiefdruckgebiete (Zyklonen) und Hochdruckgebiete (Antizyklonen). Westlagen sind also zonale Wetterlagen. Bei meridionalen Wetterlagen strömt der Jet parallel der Meridiane, also in Nord-Süd- oder Süd-Nord-Richtung. Dazu gehören also die Süd- und Nordlage. Bei gemischten Wetterlagen strömt der Jetstream gegenüber Längen- und Breitenkreisen diagonal. Die Luftmassen kommen also aus Nordwesten, Nordosten, Südosten oder Südwesten.

Allgemein gibt es in Mitteleuropa folgende Großwetterlagen, die alle einen spezifischen Wettercharakter bewirken:

Großwetterlage Zugeführte Hauptluftmasse Wettercharakter
im Sommer im Winter
West-Lage Maritime Polar- oder Tropikluft Zyklonen wandern mit dem Jet nach Osten, Niederschläge, kühl ähnliches Bild wie im Sommer, jedoch milde Temperaturen
Nord-West-Lage Maritime Polarluft Zufuhr kalter und feuchter Luft, unbeständiges und kühles Wetter mit Schneeschauern
Süd-West-Lage Maritime Tropikluft feuchte, warme Luft, gewittrig feuchte, milde Luft
Nord-Lage Maritime Polarluft kalte, feuchte Luft, aber gute Sicht mit Schneeschauern
Nord-Ost-Lage Kontinentale Polarluft kühl, trocken sehr kalt und trocken
Südlage Kontinentale Tropikluft heiße, schwüle, dunstige Luft, z. T. mit Sahara-Staub mild und Regen
Süd-Ost-Lage Kontinentale Tropikluft heiß und trocken mild und trocken
Ost-Lage Kontinentale Polarluft bei Hoch über Skandinavien Wind aus Osten, warm und trocken kalt und trocken
Troglage   Ortsfestes Tief über Oberitalien oder Mitteleuropa: Im Osten des Tiefs wird warme, feuchte Luft nach Norden geleitet. Dies bewirkt einen Stau an den Alpen und Mittelgebirgen – hohe Niederschläge. Im Westen des Tiefs wird kalte und feuchte Luft nach Süden geleitet.
Hoch über Mitteleuropa   sehr hohe Temperaturen, Dunst, keine Niederschläge sehr niedrige Temperaturen, keine Niederschläge



Quelle: Geographie Infothek
Autor: Matthias Forkel
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2012
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 18.05.2012
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