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PGM - Aufsätze
Heinz Fassmann: EU-Erweiterung und Ost-West-Wanderung: Freizügigkeit und Übergangsregelung

A053-08203X01
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Zusammenfassung: Die Freizügigkeit der EU-Bürger, sich innerhalb des gemeinsamen Territoriums ungehindert niederlassen und dorteiner Erwerbsarbeit nachgehen zu dürfen, stellt eine der vier Grundfreiheiten der EU dar. In den Verhandlungen über die EU-Erweiterung zwischen der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten der EU-15 und den Kandidatenländern erwies sich diese Freiheitaber als große Hürde. Die "alten" Mitgliedstaaten fürchteten, dass nach einem Beitritt aufgrund der erheblichen Lohndifferenzeneine massenhafte Wanderung aus dem östlichen Europa in RichtungWesten einsetzen wird. Entsprechende Untersuchungen relativierten und bestätigten diese Befürchtung. Die neuen Mitgliedstaaten prognostizierten dagegen keine quantitativ beachtenswerte Ost-West-Wanderung nach einem Beitritt und empfanden die Forderung nach Übergangsregeln als eine Behandlung von Mitgliedern zweiter Klasse. Nach langen und schwierigen Verhandlungen konnte schließlich eine Lösung präsentiert werden, die auch aus wissenschaftlicher Perspektive heraus brauchbar und akzeptabel erscheint. Der vorliegende Beitrag berichtet über Potenzialstudien zur Ost-West-Wanderung, über den Verhandlungsverlauf und endet mit einer Beurteilung des Verhandlungsergebnisses aus einer demographischen undökonomischen Perspektive.

Schlüsselwörter: EU-Erweiterung, Ost-West-Wanderung, Migrationspotenzial, Übergangsregelung, demographische Entwicklung, Freizügigkeit

Enlargement of the EU and East-West Migration: Freedom of Movement of Personsand Transitional Regulations
Abstract: The freedom to live and work anywhere in the EU territory is one of the four fundamental principals of EU internal market. In the negotiations between the European Commission, the member states of the EU-15 and the candidate countries during the run-up to the enlargement of the EU this legal right to move freely proved to be a significant obstacle. The "old" member states feared the onset of massive migration flows from Eastern Europe towards the West because of the considerable differences in income levels. Pertinent studies both relativized and confirmed this fear. The acceding countries did, however, not prognosticate quantitatively noteworthy East-West migration flows after the accession and considered the demand for transitional regulations a sign of being classified assecond-class members. After long-drawn and difficult negotiations a solution could be presented that is applicable and acceptable from a scholarly point of view as well. In this paper studieson the potential of East-West migration flows are presented, and the proceedings of the negotiations are described. Finally theresults of the negotiations are being evaluated from a demographic and economic perspective.

Keywords: EU-Enlargement, East-West migration, migration potential, transitional rule, demographic development, freedom of movement of person

Ein Aufsatz aus der PGM 3/2004 - EU-Ost-Erweiterung.


Fassmann, H. (2004): EU-Erweiterung und Ost-West-Wanderung: Freizügigkeit und Übergangsregelung. In: Petermanns Geographische Mitteilungen, Band 148, Heft 3 EU-Ost-Erweiterung, S. 6-15, Gotha.



Umfang: 10 Seiten

Dateityp: PDF

Dateigröße: 1.623 MB