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Infoblatt Hermann Haack (1872 - 1966)
Hermann Haack - eine Kurzbiographie
Der Schöpfer der Wand-Atlanten
Der Name Hermann Haack ist im deutschen Bildungswesen und in der Schulkartographie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem durch die von ihm herausgegebenen "Wand-Atlanten“ bekannt geworden. Hermann Haack wurde am 29. Oktober 1872 in Friedrichswerth bei Gotha geboren. Nach dem Besuch der Dorfschule gelang ihm der Übergang in das Gymnasium Ernestinum in Gotha. Seine guten Leistungen und Empfehlungen des Gymnasiums veranlassten den Inhaber der Geographischen Anstalt in Gotha, ihm durch finanzielle Unterstützung das Geographiestudium in Halle, Göttingen und Berlin zu ermöglichen. 1896 promovierte er in Halle mit der Dissertation "Die mittlere Höhe von Südamerika“.
1897 nahm er seine Tätigkeit in der Gothaer Anstalt auf. Seine Mentoren waren Richard Lüddecke, der in Halle studiert hatte, und Hermann Habenicht, ein Schüler August Petermanns. Beide hatten sich als Bearbeiter von Karten für die 8. Ausgabe (1888 - 1891) von "Stielers Hand-Atlas“ bewährt und Erfahrungen bei der Gestaltung von Karten für den Schulunterricht gesammelt.
Mit "Stielers Hand-Atlas“ und den kartographischen Unterrichtsmitteln waren die künftigen Arbeitsbereiche von Haack vorgezeichnet. Die Grundlagen für seine praktischen Arbeiten bildeten einerseits die Erfahrungen der Kartographen in der Anstalt, andererseits die intensive Auswertung des relevanten Schrifttums, um den Entwicklungsstand der Kartographie zu erfassen, ihn mit dem aktuellen Stand in der Anstalt zu vergleichen und Neuerungen in seine Arbeit einzubeziehen.
Die Gelegenheit zur praktischen Umsetzung der theoretisch gewonnenen Erkenntnisse zu kartographischen Unterrichtsmitteln bot sich bei der Planung und Bearbeitung der beiden 1913 und 1914 erschienenen "Atlanten für die höheren Lehranstalten“, Oberstufe und Unterstufe, unter Mitwirkung von Herausgebern der E. v. Seydlitzschen Geographie-Lehrbücher. Der Oberstufen-Atlas gehört zu den frühen thematischen Schulatlanten mit zahlreichen thematischen Karten und topographisch-geographischen Nebenkarten in großen Maßstäben. Bleibende Verdienste erwarb sich Haack durch die Planung und Realisierung eines Wandkartenprogramms, das ursprünglich etwa 250 Karten umfasste. 1907 begann der "Große Geographische Wand-Atlas“, 1912 der "Große Historische Wand-Atlas“ und 1913 der "Physikalische Wand-Atlas" zu erscheinen. Haack konnte zahlreiche Fachgelehrte als Autoren und Mitarbeiter gewinnen. Es waren vor allem die kräftigen, leuchtenden und auf Fernwirkung abgestimmten Farben, die zusammen mit einer außerordentlich plastisch wirkenden Geländedarstellung das Bild der physischen Karten prägten. Bei den Wirtschaftskarten und den historischen Karten führte Haack neue Ausdrucksmittel in die Kartengestaltung ein, um das Wesentliche hervorzuheben sowie die Dynamik und Entwicklung darzustellen. 1914 vervollständigte Haack den Komplex kartographischer Anschauungs- und Unterrichtsmittel durch Globen in drei Größen. Nach dem Tod von Hermann Wagner übernahm er gemeinsam mit Hermann Lautensach die Neubearbeitung der 20. Auflage von "Sydow-Wagners Methodischer Schulatlas“, die 1932 erschien.
So war unter der Leitung von Haack in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein breit gefächertes Angebot an kartographischen Unterrichtsmitteln für den Geographieunterricht in unterschiedlichen Niveaustufen geschaffen worden, in Teilen auch für den Geschichtsunterricht. Das sicherte der Anstalt über viele Jahre eine führende Position unter den deutschen Verlagen.
Haacks Arbeiten an "Stielers Hand-Atlas“ waren zwar bei der 9. Ausgabe (1900 - 1905) auf wenige Karten begrenzt geblieben, aber sein Bericht im "Geographischen Anzeiger“ über diese Ausgabe zeugte von seiner intensiven Beschäftigung mit diesem Kartenwerk. Die Bearbeitung der 10. Auflage, der "Hundertjahr-Ausgabe“, erfolgte bereits unter seiner Leitung. Die Lieferungen der 108 Kartenblätter erschienen in den Jahren 1920 - 1925. Im Geleitwort wurde eine internationale Ausgabe angekündigt. Die erste Lieferung des auf 114 Seiten mit 263 Karten konzipierten "Stieler Grand Atlas de Geographie moderne“ erschien im Mai 1934. Zahlreiche Fachgelehrte waren an diesem ersten Versuch beteiligt, die Kartennamen jedes Landes in der eigenen Landessprache aufzunehmen. Infolge des Zweiten Weltkrieges konnte der Atlas allerdings nicht mehr vollendet werden.
Haack beendete 1943 nach 46 Arbeitsjahren seine Tätigkeit in der Geographischen Anstalt. Seine Verdienste um die Entwicklung der Kartographie wurden durch zahlreiche Ehrungen gewürdigt: 1920 Ernennung zum Professor durch die Landesregierung von Thüringen, 1932 Ernennung zum "Korrespondierenden Mitglied der Geographischen Gesellschaft der Sowjetunion“, 1952 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 1953 Ernennung zum Ehrenbürger seines Geburtsortes Friedrichswerth und der Stadt Gotha, 1955 Umbenennung des Verlages in "VEB Hermann Haack, Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges unterbrach Haack seinen Ruhestand, um zur Fortführung des Verlages v. a. während der schwierigen Zeit der sowjetischen Besatzung (ab 1949 DDR) beizutragen. Er nutzte dazu seine früheren internationalen Verbindungen, vor allem seine Mitgliedschaft in der Geographischen Gesellschaft der Sowjetunion, um bei den Nachkriegsbehörden die Lizenz für die Herausgabe der traditionellen Verlagszeitschriften zu erwirken. Am 12. Juli 1948 erteilte die Sowjetische Militäradministration die Lizenz für "Petermanns Geographische Mitteilungen“ und bestätigte Haack als Chefredakteur. Gleichzeitig nahm er Einfluss auf die Fortführung und Neubearbeitung der physischen Wandkarten, so dass vor allem die typische Farbgebung der "Haack-Wandkarten“ erhalten blieb.
Auch die 1953 neu gegründete "Justus Perthes Geographische Verlagsanstalt Darmstadt“ ließ die dort neu erarbeiteten mehr als 100 Wandkarten zur Geographie bis 1994 unter dem Namen "Haack-Painke“ erscheinen. Der langjährige Leiter der Darmstädter Verlagskartographie Werner Painke (*1920, † 1988) war Schüler Hermann Haacks in Gotha. Bis heute sind im Klett-Perthes Verlag Gotha "Haack-Wandkarten“ aus der Gothaer wie auch aus der Darmstädter Verlagsproduktion lieferbar, zum Teil in mehreren Fremdsprachen und mit hohen Auflagen auch für Auslandskunden.
1954 setzte sich Haack endgültig zur Ruhe. Am 28. Februar 1966 starb Prof. Dr. Dr. h. c. Hermann Haack im Alter von 94 Jahren.
Sein Leben in Zahlen und Fakten
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geb. 1872
Hermann Haack wurde am 29. Oktober 1872 in Friedrichswerth bei Gotha geboren.
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1896
Nach dem Studium der Geographie in Halle, Göttingen und Berlin Promotion mit dem Titel "Die mittlere Höhe von Südamerika“.
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ab 1897
Beginn seiner Tätigkeit in der Geographischen Anstalt zu Gotha. Seine Arbeitsbereiche umfassten "Stielers Hand-Atlas“ und die kartographischen Unterrichtsmittel. Unter Haacks Mitarbeit und Leitung entstand in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein breit gefächertes Angebot an kartographischen Unterrichtsmitteln für den Geographieunterricht in unterschiedlichen Niveaustufen. Dieses umfasste sowohl Atlanten wie auch Wandkarten und Globen.
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1920
Ernennung zum Professor durch die Landesregierung von Thüringen.
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1932
Ernennung zum "Korrespondierenden Mitglied der Geographischen Gesellschaft der Sowjetunion“.
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1943
Nach 46 Arbeitsjahren beendete Hermann Haack seine Tätigkeit in der Geographischen Anstalt zu Gotha.
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nach 1945
Um den Fortbestand des Verlages zu sichern, beendete Hermann Haack seinen Ruhestand. Am 12. Juli 1948 erteilte die Sowjetische Militäradministration die Lizenz für "Petermanns Geographische Mitteilungen“ und bestätigte Haack als Chefredakteur.
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1952
Verleihung der Ehrendoktorwürde der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
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1953
Ernennung zum Ehrenbürger seines Geburtsortes Friedrichswerth und der Stadt Gotha.
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1954
Hermann Haack setzte sich endgültig zur Ruhe.
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1955
Umbenennung des Verlages in "VEB Hermann Haack, Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha“.
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gest. 1966
Am 28. Februar 1966 starb Prof. Dr. Dr. h. c. Hermann Haack im Alter von 94 Jahren.
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Helmut Langer (aus Gothaer Geowissenschaftler in 220 Jahren, URANIA Kultur- und Bildungsverein Gotha e.V., Gotha, 2006)
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2006
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 04.06.2012
Autor: Helmut Langer (aus Gothaer Geowissenschaftler in 220 Jahren, URANIA Kultur- und Bildungsverein Gotha e.V., Gotha, 2006)
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2006
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