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Infoblatt Der südostasiatische Kulturerdteil
Aufzählung der Merkmale des südostasiatischen Kulturerdteils

Kulturerdteile (Klett)
Der südostasiatische Kulturerdteil wird von den unzähligen Inseln des malaiischen Archipels dominiert, dabei liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt auf der südostasiatischen Halbinsel. Die den Kulturerdteil bildenden Staaten sind: Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar (Birma), Brunei, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.
Raum und Umwelt
Die naturräumlichen Großräume in Südostasien werden durch das südostasiatische Zentralgebirge mit seinen Ausläufern gegliedert, die sich zum einen in Richtung Osten entlang der Küstenregion Vietnams und zum anderen entlang der Malakka-Halbinsel bis Singapur erstrecken. Dazwischen liegen die Tiefländer mit den großen Flusstälern, beispielsweise der Mekong.
Die stark gegliederte tropische Inselwelt des Kulturerdteils ist besonders eindrucksvoll; alleine Indonesien und die Philippinen haben zusammen über 20.000 Inseln, die aber nur teilweise bewohnt sind. Die Inseln sind meist vulkanischen Ursprungs oder sind durch Korallen entstanden. Der Vulkanismus stellt in der Region heute nach wie vor eine beständige Bedrohung der Bevölkerung dar.
Das Klima ist aufgrund der äquatornahen Lage des südostasiatischen Kulturerdteils tropisch und vom Monsun geprägt. Die Niederschläge liegen durchschnittlich bei über 2.500 mm jährlich, die Temperaturen bei 25 bis 30 °C.
Fast jährlich treten Taifune auf und verursachen schwere Zerstörungen auf Inseln und Festland.
Leitsystem und Religion
Der südostasiatische Kulturerdteil ist ein Brückenerdteil mit chinesischen, indischen, orientalischen und christlichen Elementen. Hier ist der kulturelle Übergangsraum zwischen Indien und Ostasien.
Geprägt ist der Raum durch unterschiedliche Kulturkreise: indisch in Thailand, Birma, Laos und Kambodscha, chinesisch in Vietnam und Singapur sowie spanisch und nordamerikanisch auf den Philippinen.
Die religiöse und ethnische Vielfalt ist hier ebenso von Bedeutung wie im gesamten asiatischen Raum. Zum Buddhismus bekennt sich die Mehrzahl der Bewohner Thailands, Laos, Birmas und Kambodschas. Der Islam ist für den überwiegenden Teil der Bevölkerung Indonesiens und Malaysias und der Katholizismus für über 80 % der philippinischen und einen Teil der vietnamesischen Einwohner von Bedeutung.
Geschichte und Kultur
Die Geschichte des Kulturerdteils wird durch die Zugehörigkeit zu wechselnden Kolonialreichen und mehreren Religionen bestimmt. Eine "Einheit in der Vielheit" wird zwar angestrebt, aber es überwiegt die konfliktträchtige Vielfalt: Birma, Malaysia, Brunei und Singapur haben eine britische, Vietnam, Laos und Kambodscha eine französische Vergangenheit. Spanisch-amerikanisch sind die Philippinen und von den Holländern wurde Indonesien beeinflusst. Die Nachwirkungen der Kolonialherrschaft sind auch heute noch spürbar. Lediglich Thailand hat keine koloniale Unterdrückung erfahren. Südostasien ist immer noch ein politischer Konfliktherd und wird durch Kriege, Bürgerkriege sowie Streitigkeiten um Land- und Seegrenzen immer wieder erschüttert.
Die Grenzziehung war oft das Ergebnis der kolonialen Vergangenheit und stand in Widerspruch mit natürlichen Grenzen und ethnischen Einheiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war eine Grenzlinie des Kalten Krieges Vietnam.
Doch nicht nur die kolonialen Nachwirkungen prägen das Erscheinungsbild – zahlreiche Tempel, Pagoden, Moscheen, aber auch Kirchen findet man hier.
Menschen und Bevölkerung
Trotz einer Vielfalt der Rassen gibt es in den meisten Staaten ein beherrschendes Volk (z. B. Khmer in Kambodscha, Vietnamesen in Vietnam). Minderheiten werden häufig benachteiligt, jedoch spielen Minderheiten (besonders Chinesen) im Bankwesen, dem Handel und der Wirtschaft eine bedeutende Rolle in fast allen Staaten.
Ferner ist ein gravierender Stadt-Land-Gegensatz in der Region festzustellen, rund ein Fünftel der Südostasiaten lebt in Städten. Die bedeutendsten Städte waren vor 200 Jahren kaum mehr als Fischerdörfer (Saigon, Rangun, Singapur, Bangkok, Phnom Penh, Manila) und haben sich in der Kolonialzeit herausgebildet. Die traditionellen Städte (z. B. Angkor) sind verfallen oder von anderen Großstädten überflügelt worden.
Wirtschaft und Infrastruktur
Der Raum Südostasien hat in der vergangenen Zeit eine dynamische Wirtschaftsentwicklung erfahren. Südostasien ist mittlerweile einer der großen Wirtschaftsräume der Welt. Es wird viel für den Weltmarkt produziert (Rohstoffe und Industrieprodukte). Zu den Bodenschätzen, die abgebaut werden, gehören Kupfer, Platin, Eisen, Gold, Chrom und größere Erdöllagerstätten.
Die Wettbewerbsvorteile entstehen insbesondere durch Niedriglöhne, lange Arbeitszeiten und strenge Arbeitsdisziplin (besonders Malaysia, Singapur, Thailand, Philippinen). Die wirtschaftliche Entwicklung wird auch als "asiatisches Wirtschaftswunder" bezeichnet. Das jährliche Wachstum wird zwischen vier und acht Prozent beziffert. Diese wirtschaftliche Entwicklung ist u. a. ein Ergebnis des sog. ASEAN Bündnisses. In ihm haben sich die 10 Staaten Südostasiens zusammengeschlossen und gemeinsam die Handels-, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Maßnahmen zum regionalen Konfliktmanagement beschlossen. Es findet dadurch eine Förderung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit statt.
Trotzdem hat Südostasien auch den Titel "Reiserdteil", da hier die größte Produktion von Reis zu finden ist. Vor allem in Indonesien wird in erster Linie Nassreisanbau betrieben.
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Christine Reinke
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2012
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 26.05.2012
Autor: Christine Reinke
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2012
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 26.05.2012
