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Infoblatt Der ostasiatische Kulturerdteil
Aufzählung der Merkmale des ostasiatischen Kulturerdteils

Kulturerdteile (Klett)
Der ostasiatische Kulturerdteil besteht aus den Staaten China, Mongolische Republik, Nord- und Südkorea und Japan. Dabei erhält der Kulturerdteil seine Prägung durch China, dem "Reich der Mitte".
Raum und Umwelt
Der Naturraum wird gegliedert in Hochgebirgs- und Hochlandregionen (Tibet, Altai), in Wüsten- und Steppenregionen (Gobi und die Mongolei), in die Bergländer der Mittelgebirge (in Südchina, Korea und Japan) und in große fruchtbare Tiefländer und Schwemmebenen.
Die Küstenlinie ist sehr stark zerklüftet und es gibt unzählige Inseln, die dem Festland vorgelagert sind. So gehören zu Japan mehr als 4.000 Inseln. Die Inseln stellen den aus dem Meer herausragenden Teil eines Gebirgszuges dar, der durch die Kollision der Pazifischen und der Eurasischen Platte entstand. Hier ist auch heute noch eine Zone intensiver tektonischer Aktivitäten, jedes Jahr werden in Japan über 1.400 Erdbeben registriert.
Das Klima ist entsprechend der Größe und Lage des Raumes sehr unterschiedlich. In China gibt es Gebiete, in denen es tropisch-heiß ist (im Süden), aber auch Bereiche der kühlgemäßigten Zone mit extrem kalten Wintern (Tibetisches Hochland). Es lässt sich für den ostasiatischen Kulturerdteil sagen, dass ein gemäßigtes Monsunklima vorherrscht, mit zum Teil großen Temperaturschwankungen. Vereinzelt trifft man auf kontinentales Klima oder besonders im äußersten Süden von Japan auf warmgemäßigtes bis subtropisches Klima. Hier treten im Spätsommer und frühen Herbst die aus Südwesten kommenden Taifune mit extrem starken Regenfällen auf, die sich über dem Pazifischen Ozean bilden.
Leitsystem und Religion
Bestimmt wird der ostasiatische Kulturerdteil von der Verhaltenslehre des Konfuzius und vom Buddhismus. Im ZEN-Buddhismus sucht der Gläubige den Weg zur Erleuchtung aus eigener Kraft, Erziehung zur Selbstdisziplin, Härte und Konzentration. Sein Einfluss ist seit Jahrhunderten wirksam. Laien können "auf Zeit" in ein ZEN-Kloster gehen.
China sah sich bis weit ins 20. Jahrhundert als Mittelpunkt der Welt in geistigen und politischen Fragen und somit als Inbegriff der Zivilisation. Die zunehmende Isolation nach außen und das Gefühl eigener Überlegenheit führten jedoch dazu, dass das Kaiserreich gegenüber den aufstrebenden westlichen Industrieländern im 19. Jahrhundert technologisch und wirtschaftlich zurück fiel. China ist das letzte große sozialistische Land der Erde.
Als die Volksrepublik China 1949 durch Mao ausgerufen wurde, begann der Wandel vom Agrarstaat zum Industriestaat.
Zwar gilt seit dem Ende der 1970er Jahre eine freie Religionsausübung, de facto versucht das herrschende kommunistische Regime nach wie vor, den Einfluss der Religionen massiv zu unterdrücken. So ist nach offiziellen Angaben der Anteil an Konfessionslosen mit über 70 % hoch. Viele Chinesen sind jedoch Anhänger des Konfuzianismus, des Daoismus und des Buddhismus, wobei hier die Buddhisten die zahlenmäßig größte Gruppe darstellen.
Die meisten Japaner (rund 80 %) sind Anhänger mehrerer Religionen. Der Shintoismus, in dem Naturgottheiten verehrt werden und ein starker Ahnenkult herrscht, war bis 1945 Staatsreligion. Jeweils rund 40 % der Japaner bekennen sich zum Shintoismus und zum Buddhismus. Christen sind eine Minderheit.
Geschichte und Kultur
Der Kulturraum mit langer eigenständiger Tradition beruht auf der Grundlage der chinesischen Hochkultur. Die Geistes- und Religionsgeschichte wurde durch drei wesentliche Grundströmungen geprägt: Shintoismus, Konfuzianismus und Buddhismus. Die Tradition, vor allem die Ahnenverehrung, hat großes Gewicht. Die Gesellschaft ist, obwohl es sich in der Regel um moderne Industriestaaten handelt, hierarchisch aufgebaut.
China gilt als Schwellenland, fühlt sich als das Reich der Mitte, das alte Kulturzentrum des Ostens. Besonders stolz sind die Chinesen auf die Chinesische Mauer, die Entdeckung des Schießpulvers, Seide, Porzellan, aber auch auf ihre Gartenkunst, die zur Meditation dient.
Die ersten Ansätze marktwirtschaftlicher Entwicklung führten zu einer Öffnung zum Westen, jedoch wurde dies zu wenig von einer politischen Demokratisierung begleitet.
Durch ihre Insellage, den geologischen Bau und das Klima haben die Japaner ein besonderes Verhältnis zur Natur entwickelt (Fest der Kirschblüte, Verehrung des Fujisan, symbolische Bedeutung verschiedener Tier- und Pflanzenarten).
Menschen und Bevölkerung
Ostasien gilt als der bevölkerungsreichste Kulturerdteil, mit einer überwiegenden mongoliden Rasse. Das Bevölkerungswachstum ist im Vergleich zu den sechziger Jahren stark zurückgegangen, Hunger- und Armutsprobleme sind im Vergleich zu Schwarzafrika und Südasien gering. Die ostasiatischen Staaten haben überwiegend Regierungen mit stark autoritärem Charakter. Erste Anzeichen zu einer Demokratisierung sind jedoch zu erkennen.
China ist mit rund 1,336 Milliarden Menschen (2008) das bevölkerungsreichste Land der Erde. Die Bevölkerung ist sehr ungleich verteilt: Im Norden und Westen des Landes sind weite Teile extrem dünn besiedelt, während andere Landesteile im Osten und Süden sehr dicht besiedelt sind. Zu den größten Ballungsgebieten gehört der Großraum Shanghai mit rund 18,8 (2008) Millionen Menschen, weitere Millionenstädte sind z. B. die Hauptstadt Peking und Tianjin.
Nachdem die Bevölkerung Chinas Anfang der 1980er Jahre die Milliardengrenze überschritten hatte und weiter hohe Wachstumsraten aufzeigte, wurden von staatlicher Seite Maßnahmen gegen die Überbevölkerung ergriffen. Dazu gehörte unter anderem die Heraufsetzung des Heiratsalters, die Legalisierung von Abtreibungen und die Befürwortung der Ein-Kind-Familie. Derzeit liegt die Rate für das Bevölkerungswachstum bei knapp 0,6 %.
Wirtschaft und Infrastruktur
Der Kulturerdteil hat eine starke wirtschaftliche Entwicklung erfahren. Er ist von der Landwirtschaft geprägt, die sich auf die klimatisch begünstigten Zonen konzentriert. Hauptanbauprodukt und wichtigstes Nahrungsmittel ist Reis. Weitere agrarische Produkte sind Weizen, Mais, Hirse, Hafer, Tabak, Kartoffeln, Tee, Erdnüsse, Sojabohnen, Zuckerrohr, Weintrauben und Baumwolle. Traditionell ist die Seidenraupenzucht von Bedeutung. Jedoch hat sich ein Wandel vom traditionellen "Reiserdteil", der auch durch die besonderen Essgewohnheiten geprägt ist, zur Industriemacht vollzogen.
Der ostasiatische Raum verfügt über reiche Vorkommen an Bodenschätzen. Dieses sind Steinkohle, Blei, Eisenerz, Zink, Erdöl, Gold, Diamanten, Zinn, Kupfer, Erdgas, Uran und Wolfram.
Die Industriebetriebe konzentrieren sich überwiegend in China auf den Osten des Landes bzw. den Wirtschaftssonderzonen, in Japan auf die Hauptinsel Honshu und auf Südkorea. Die Unternehmensbereiche sind die Eisen- und Stahlindustrie, Textilgewerbe, Chemische Industrie und der Fahrzeug- und Maschinenbau. Ein weiterer zentraler Bereich der Industrie ist die Unterhaltungselektronik, hier wurden Erfindungen aus dem Ausland zunächst kopiert, dann weiterentwickelt und perfektioniert. Im Computerbereich nehmen Japan und Korea bei der Herstellung von computergestützten Spielen eine absolute Spitzenposition ein.
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Christine Reinke
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2012
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 26.05.2012
Autor: Christine Reinke
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2012
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 26.05.2012
