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Infoblatt Der australische Kulturerdteil

Aufzählung der Merkmale des australischen Kulturerdteils


Kulturerdteile (Klett)

Der australische Kulturerdteil umfasst Australien selbst, Tasmanien und Neuseeland sowie den gesamten südpazifischen Raum mit den insularen Großregionen Melanesien (einschließlich Neuguineas), Mikronesien und Polynesien.
Dabei lässt sich eine Zweiteilung zwischen den Landmassen von Australien, Tasmanien sowie Neuseeland und der Inselwelt Ozeanien erkennen, die sowohl Auswirkungen auf die naturräumliche Ausstattung als auch auf die kulturelle Entwicklung des Raumes hat.

Raum und Umwelt
Die Oberfläche Australiens ist nur wenig gegliedert, geographisch lässt sich das Land in drei Hauptgebiete einteilen: Das westaustralische Tafelland, das ein riesiges Plateau bildet und mehr als die Hälfte des Landes einnimmt, die Tiefländer des inneraustralischen Beckens und die Bergländer an der Ostküste des Landes.
Australien hat Anteil an verschiedenen Klimazonen und ist der trockenste aller Kontinente. Das Innere des Landes ist mit ausgedehnten Wüstengebieten durchzogen, das sog. australische Outback.
Die Inselwelt Ozeanien hingegen besteht aus ca. 10.000 Inseln und unzähligen Inselgruppen, die vor allem vulkanischen Ursprungs sind. Hier herrscht tropisches Klima vor und auf vielen Inseln findet man noch Reste des Tropischen Regenwaldes.

Leitsystem und Religion
Schon früh war der australische Kulturerdteil Ziel zahlreicher Missionare. So ist zu erklären, dass jeweils ein Viertel der Bevölkerung der römisch-katholischen oder der anglikanischen Kirche angehört und ein weiteres Viertel anderen christlichen Religionsgemeinschaften. Der Rest, überwiegend die Ureinwohner, besinnen sich auf ihre überlieferten Traditionen und Naturreligionen.

Geschichte und Kultur
Die ersten Menschen auf dem australischen Kontinent waren Aborigines. Ihre Lebensweise war an die schwierigen Umweltbedingungen angepasst und sie überlebten als Nomaden mit einer ganzheitlich-mythischen Lebensform.
James Cook kam als einer der ersten Europäer 1770 an die Ostküste Australiens und nahm diese für die britische Krone in Besitz. Australien wurde britische Kolonie und zahlreiche Einwanderer, größtenteils Sträflinge, kamen ins Land. 1850 schätzte man die weiße Bevölkerung auf ca. 400.000. Rund 30 Jahre später waren es, durch große Goldfunde angelockt, bereits über 2,3 Millionen.
Die australischen Ureinwohner wurden aus ihren angestammten Gebieten immer weiter zurückgedrängt. Nach rund 200 Jahren der Unterdrückung und Verdrängung wurden in den letzten Jahren von der australischen Regierung Maßnahmen zum Schutz ihrer Kultur unternommen, beispielsweise wurden den Aborigines Teile des Landes zurückgegeben und besondere Kultstätten als Schutzgebiete ausgewiesen. 1967 wurden Aborigines als Staatsbürger anerkannt und erhielten volle Bürgerrechte.
Die Inselwelt Ozeaniens wurde jahrhundertelang von der Kultur der Polynesier, Melanesier und Mikronesier geprägt und geriet ab dem 18. Jahrhundert auch unter den Einfluss fremder Kolonialmächte. Ihre traditionelle Kultur wurde zurückgedrängt. Heute sind viele der Inselgruppen zu selbstständigen Staaten geworden.

Menschen und Bevölkerung
In Australien leben vor allem Menschen europäischer Abstammung (zumeist britischer), im südpazifischen Raum Melanesier, Mikronesier und Polynesier. Die Ureinwohner Australiens stellen heute nur einen verschwindend geringen Anteil an der Bevölkerung des Landes.
Bis heute wird Australien als Einwanderungsland bezeichnet. Die Bevölkerung kommt aus über 137 Ländern, aber aufgrund der starken Einwanderungsbeschränkungen in den letzten Jahren ist die Einwanderungsrate zurückgegangen.
Die offizielle Landessprache ist Englisch. Von den vielen ursprünglichen Aboriginal-Sprachen sind heute noch ca. 50 erhalten geblieben, die auch offiziell gelehrt werden.
Aufgrund der klimatischen Bedingungen konzentriert sich die überwiegende Bevölkerung Australiens (knapp 90 %) in einem schmalen Küstenstreifen an der Südostküste des Kontinentes. Hier liegen auch die 10 größten Städte des Landes, beispielsweise Sydney.
Es findet eine starke Land-Stadt-Migration statt. Besonders junge Menschen wandern aus dem "Outback" in die Küstenstädte ab, die einen sehr hohen Urbanisierungsgrad besitzen.
Ähnliche Migrationstendenzen lassen sich auch in Ozeanien feststellen. Die jungen Menschen zieht es nach Australien und nach Amerika, was zu einem Zerfall der traditionellen Lebensweisen führt.

Wirtschaft und Infrastruktur
Im australischen Kulturerdteil stehen sich hoch entwickelte Industrieländer mit leistungsstarker Landwirtschaft und Infrastruktur (Australien und Neuseeland) den Inselstaaten Ozeaniens, die als Entwicklungsländer gelten, gegenüber.
Die Grundlage für den Wohlstand Australiens und Neuseelands sind die reichen Bodenschätze und die Landwirtschaft. Rohstoffe wie Erdgas, Erdöl, Steinkohle, Gold, verschiedene Erze und Kupfer werden im Land abgebaut, meist auch verarbeitet und decken den eigenen Bedarf. Eisenerz und Kohle werden in Länder der ganzen Welt exportiert. Die wichtigsten Zweige der verarbeitenden Industrie sind die Eisen- und Stahlproduktion, Erdölverarbeitung und Petrochemie, Textilien, Elektrotechnik und Elektronik.
Nur ein geringer Teil der Landfläche ist aufgrund der ausgedehnten ariden Gebiete des Kontinents für den Ackerbau geeignet. Die Vieh- und Weidewirtschaft spielt eine bedeutendere Rolle (Schaf- und Rinderzucht). Australien und Neuseeland sind die größten Exporteure von Wolle auf der Welt.

Quelle: Geographie Infothek
Autor: Christine Reinke
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2012
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 26.05.2012
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